Archiv · Dienstag, 27. Oktober 2026

Was heute im Gesundheitswesen zählt

Krankenversicherung, Gesundheitspolitik, Leistungserbringer, Health-IT und KI – kuratiert und auf das Wesentliche verdichtet.

Kurz & bündig

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Runder Tisch Kostendämpfung: Bundesrätin Baume-Schneider und die Akteure haben sechs neue Massnahmen beschlossen, die ab 2027 umgesetzt werden sollen, darunter Programme für chronisch Kranke, die Entlastung der Notfallstationen und mehr Preistransparenz bei Medizinprodukten. Die Krankenversicherer übernehmen bei fast allen Massnahmen Umsetzungsaufgaben, zum Beispiel über Produktkennungen auf elektronischen Rechnungen und die Information Versicherter nach Art. 56a KVG. Sparbeträge nennt der Bund keine.
  2. 2Fall Maisano: Laut Recherchen von SRF Investigativ hat Swissmedic 2016 und 2017 drei Ausnahmebewilligungen für das nicht zertifizierte Cardioband am USZ erteilt, ohne nach einer schweren Komplikation weitere Abklärungen zu verlangen. Swissmedic weist die Kritik zurück.
  3. 3Ausfall des Klinikinformationssystems der Insel Gruppe: Nach einem Hardwarefehler arbeitete das Personal in der Nacht auf Donnerstag an allen Standorten mit Papier, die Notfallstationen blieben offen.
  4. 4USA: Die Regierung streicht 14 der 60 Zertifizierungskriterien für Spitalinformationssysteme, darunter Vorgaben zu Sicherheit, Datenschutz und Transparenz. Gleichzeitig verpflichten sich Amazon, Google, Meta, Oracle und Axon für ihre Firmenkrankenversicherungen zu elektronischen Vorabgenehmigungen.
  5. 5Die WHO und Südkorea haben die erste gemeinsame Erklärung zu KI im Gesundheitswesen verabschiedet. Kernaussage: KI-Werkzeuge sollen erst breit eingesetzt werden, wenn sie im realen Einsatzumfeld ihren Nutzen belegt haben.

Zur CSS gab es seit der letzten Ausgabe keine neuen Meldungen. Einige Meldungen vom Donnerstag und Freitag werden nachgetragen.

Themen

CSS

Alles zur CSS Versicherung

Keine relevanten Meldungen seit der letzten Ausgabe.

Krankenkassen & Markt

Mitbewerber, Vergleichsportale, Kundenthemen

Krankenkassen & Markt

USA: Ärzte und Spitäler wünschen sich KI gegen Abrechnungsbetrug

In der Q3-Umfrage von Aetna bei 727 US-Leistungserbringern halten 94 Prozent Betrug, Verschwendung und Missbrauch für ein Problem, das gelöst werden muss. Am häufigsten empfehlen sie, dass Versicherer verdächtige Abrechnungen mit KI erkennen. Das Vertrauen zwischen Zahlern und Leistungserbringern liegt stabil bei 6 von 10 Punkten. Der Administrativaufwand bleibt die grösste Belastung, die Vorabgenehmigungen werden dabei aber seltener genannt.

Aetna / CVS Health (Stockhouse)
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Krankenkassen & Markt

Walmart baut Gesundheits-Marktplatz mit Kostenschätzung aus

Walmart hat seinen Dienst Better Care Services zusammen mit dem Startup General Medicine zu einem Marktplatz ausgebaut. Kundinnen und Kunden können Anbieter vergleichen, sehen die geschätzten Kosten mit und ohne Versicherung und buchen direkt, auch über den KI-Einkaufsassistenten. Im Angebot sind über 900 Leistungen von Telemedizin bis Labortest. Der Detailhändler verlagert damit die Steuerung der Patienten an eine Stelle, die bisher den Versicherern vorbehalten war.

Fierce Healthcare
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Politik & Regulierung

Bund, BAG, FINMA, Parlament, Kantone

Politik & RegulierungWichtig

Runder Tisch Kostendämpfung: Sechs neue Massnahmen ab 2027

Der fünfte Runde Tisch unter Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hat sechs Massnahmen verabschiedet: Förderung der ambulanten Behandlung schon vor Efas mit befristet angepassten Tarifen, Entlastung der Spitalnotfälle, Versorgungsprogramme für chronisch Kranke, mehr Transparenz bei der Vergütung von Medizinprodukten, koordinierte Medikamentenversorgung in Pflegeheimen und Therapien mit Medikamenten zu Hause. Laut prio.swiss sollen Leistungserbringer auf elektronischen Rechnungen eine eindeutige Produktkennung (UDI-DI) angeben, damit Versicherer Preise vergleichen können; Präsident Felix Gutzwiller nannte die heutigen Preisunterschiede grotesk. Die Einsparungen beziffert der Bund nicht. Künftig soll der Runde Tisch nicht mehr jedes Jahr ein Massnahmenpapier beschliessen, sondern als Konsultationsgremium dienen. Bei der Massnahme zur digitalen Rechnungsstellung aus dem Paket 2025 sind sich die Beteiligten weiterhin nicht einig.

Der Bundesrat (admin.ch)
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Politik & Regulierung

Krankenversicherer übernehmen Aufgaben aus dem Runden Tisch

prio.swiss schreibt, die Versicherer würden bei fast allen der sechs neuen Massnahmen Umsetzungsaufgaben übernehmen. Dazu gehört, Versicherte gestützt auf Art. 56a KVG über passende Versorgungsprogramme und Heimtherapien zu informieren. Ausserdem sollen die Tarifpartner über OAAT AG und SwissDRG AG prüfen, welche Eingriffe ambulant erbracht werden können. Der Verband verlangt, dass die ambulante Vergütung mit den stationären Tarifen abgestimmt wird, damit die Verlagerung das Gesamtsystem auch tatsächlich entlastet.

prio.swiss
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Politik & Regulierung

USA: Amazon, Google, Meta und Oracle versprechen elektronische Vorabgenehmigungen

Die US-Gesundheitsbehörde CMS und das Arbeitsministerium haben bekanntgegeben, dass Amazon, Axon, Google, Meta und Oracle für ihre selbstfinanzierten Firmenkrankenversicherungen elektronische Vorabgenehmigungen einführen. Sie schliessen sich rund 60 Krankenversicherern an, die 2025 eine freiwillige Zusage unterschrieben hatten. Ab 2027 sollen mindestens 80 Prozent der Anfragen in Echtzeit über FHIR-Schnittstellen beantwortet werden. Das ist ein Hinweis darauf, wie weit die Automatisierung der Leistungsprüfung bei Versicherern gehen kann.

Healthcare Dive
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Leistungserbringer & Versorgung

Spitäler, Ärzteschaft, Pharma, Pflege

Leistungserbringer & VersorgungWichtig

Fall Maisano: Swissmedic fragte nach Komplikation nicht nach

Laut Akten, die SRF Investigativ über das Öffentlichkeitsgesetz erhalten hat, bewilligte Swissmedic 2016 und 2017 dreimal den Einsatz des nicht zertifizierten Cardioband am USZ. Nach einem Drahtbruch verzichtete das Institut bewusst auf weitere Berichte. Den Tod eines Patienten nach dem dritten Eingriff beurteilte es allein anhand eines Briefs des Spitals. Swissmedic sieht sich im Rahmen des damaligen Rechts und verweist auf die Verantwortung der behandelnden Ärzte. Seit 2021 braucht es für solche Einsätze keine Bewilligung mehr, was ein ETH-Professor als Schwächung der Patientensicherheit kritisiert.

SRF
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Leistungserbringer & Versorgung

Ebola-Patientin in Genf, Ehemann in Zürich isoliert

Die in Nigeria infizierte Schweizerin wurde in die Schweiz zurückgeflogen und wird an den Genfer Universitätsspitälern behandelt. Ihr Ehemann gilt als enge Kontaktperson und ist am USZ isoliert. Laut BAG handelt es sich um den Bundibugyo-Stamm, für die Bevölkerung besteht keine Gefahr. HUG und USZ sind seit 2019 die beiden Referenzspitäler für solche Erkrankungen.

Der Bundesrat (admin.ch)
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Leistungserbringer & Versorgung

LUKS: Fabrizio Minervini übernimmt die Thoraxchirurgie

Am Luzerner Kantonsspital übernimmt der bisherige Co-Chefarzt Fabrizio Minervini im März 2027 die Leitung der Thoraxchirurgie von Peter Kestenholz. Minervini gilt als Spezialist für robotergestützte Chirurgie und führte im Frühjahr die schweizweit ersten thoraxchirurgischen Eingriffe mit dem Da Vinci Single Port durch. Das LUKS will den Ausbau der robotergestützten Chirurgie fortsetzen.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Getrennte Eltern: Wie weit die Informationspflicht von Ärzten reicht

Eine Genfer Mutter hatte sich beschwert, weil eine Kinderärztin die Krankenakte der Tochter ohne ihr Wissen dem Vater gegeben hatte und sie später nicht über einen Notfallbesuch informiert worden war. Die kantonalen Instanzen sahen keinen Grund für ein Disziplinarverfahren, das Bundesgericht trat mangels aktuellen Interesses nicht auf die Beschwerde ein. Offen bleibt damit, wann Ärzte von sich aus den Elternteil informieren müssen, bei dem das Kind nicht lebt.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Roche: Lungenkrebsmittel Divarasib überzeugt am ESMO

Roche hat am Krebskongress ESMO Studiendaten zum KRAS-G12C-Hemmer Divarasib beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs in der Zweitlinie vorgestellt. Laut STAT schnitt das Medikament besser ab als die älteren KRAS-Hemmer von Amgen und Bristol Myers Squibb und könnte sich eine starke Marktposition sichern. Für die Versicherer kommt damit eine weitere hochpreisige Krebstherapie auf die Spezialitätenliste zu.

STAT
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Health-IT

Kernsysteme, E-GD, Interoperabilität, Plattformen

Health-ITWichtig

Insel Gruppe: Ausfall des Klinikinformationssystems, Personal arbeitet mit Papier

Wegen eines Hardwarefehlers fiel das Klinikinformationssystem der Berner Insel Gruppe am Mittwochabend um etwa 20 Uhr an allen Standorten aus. Das Personal stellte auf eingeübte Papierprozesse um, die Notfallstationen blieben offen. Das System lief ab Donnerstagmorgen wieder, Uploads und der Austausch zwischen Abteilungen waren aber noch eingeschränkt. Die Ursache wird mit dem Lieferanten untersucht. Der Fall zeigt, wie wichtig erprobte Notfallprozesse für kritische Kernsysteme sind.

SRF
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Health-IT

USA: Regierung lockert Sicherheits- und Datenschutzvorgaben für Spitalsoftware

Mit einer finalen Regel der Behörde ONC (HTI-5) fallen 14 der 60 Kriterien weg, nach denen elektronische Patientenakten in den USA zertifiziert werden, darunter Vorgaben zu Sicherheit, Datenschutz und Transparenz. Sieben weitere Kriterien wurden stark überarbeitet. Kritiker hatten gewarnt, dass so der Schutz sensibler Daten und die Aufsicht über KI-Funktionen in Systemen wie Epic und Oracle schwächer werden.

STAT
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Health-IT

eClinicalWorks baut seine Patientenakte rund um KI-Agenten um

Der US-Anbieter eClinicalWorks bringt ab 1. November eine neu gestaltete Arbeitsoberfläche mit KI-Zusammenfassungen sowie das Agenten-Studio AI Workbench für Abrechnung, Zuweisungen und Vorabgenehmigungen. Die Agenten greifen über das Model Context Protocol sowie über REST- und FHIR-Schnittstellen auf Daten zu. Nach Epic und Oracle setzt damit ein weiterer Anbieter auf KI-Agenten, die auch die Schnittstelle zu den Versicherern bearbeiten.

Healthcare IT News
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KI im Gesundheitswesen

KI für Patienten, Leistungserbringer und Versicherer

KI im GesundheitswesenWichtig

WHO und Südkorea: Erste gemeinsame Erklärung zu KI im Gesundheitswesen

In der Seoul Declaration on AI in Healthcare verlangen die WHO und Südkorea mehr Investitionen, eine stärkere Datengovernance, eine Aufsicht je nach Risiko der Anwendung und mehr Cybersicherheit. WHO-Generaldirektor Tedros betonte, ein Werkzeug müsse sich dort bewährt haben, wo es eingesetzt wird, bevor es breit ausgerollt wird. Die WHO will ausserdem ihre klinischen Leitlinien maschinenlesbar machen.

Healthcare IT News
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KI im Gesundheitswesen

USA: Leistungserbringer wollen bei generativer KI die Hersteller in der Pflicht

Der Spitalverband AHA, die Ärztevereinigung AMA und der Telemedizinverband ATA verlangen von der FDA, dass die Hersteller und nicht die Kliniker die Hauptverantwortung für medizinische Geräte mit generativer KI tragen. Sie begrüssen eine Aufsicht nach Risiko und fordern Meldewege für Zwischenfälle sowie Beipackzettel, die Funktionen und Risiken der Werkzeuge beschreiben. Die FDA will in den kommenden Monaten einen Entwurf für Leitlinien veröffentlichen.

Healthcare Dive
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