Morgenausgabe · Freitag, 30. Oktober 2026

Was heute im Gesundheitswesen zählt

Krankenversicherung, Gesundheitspolitik, Leistungserbringer, Health-IT und KI – kuratiert und auf das Wesentliche verdichtet.

Kurz & bündig

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1CSS: Im AVB-Vergleich des Konsumentenschutzes zu Sanktionen in Sparmodellen (Telmed, Hausarzt) liegt die CSS im Mittelfeld – Sanktion erst ab dem zweiten Verstoss. Assura, Helsana und KPT werden für Sanktionen ab dem ersten Fehler kritisiert.
  2. 2Pew-Umfrage USA: Nur 5 % akzeptieren KI-Entscheide über Versicherungsleistungen ohne menschliche Prüfung, 46 % lehnen jede KI-Rolle ab. Nur 11 % vertrauen den Versicherern beim verantwortungsvollen KI-Einsatz.
  3. 3USA: Das Arbeitsministerium verpflichtet Pharmacy Benefit Manager, selbstversicherten Arbeitgebern Rabatte und Spread-Margen offenzulegen – Inkrafttreten Juli 2027.
  4. 4NYU Langone integriert die KI-Wissensplattform OpenEvidence direkt in Epic – für rund 12 Mio. ambulante Konsultationen pro Jahr.
  5. 5Limmattal: mediX und Spitalverband gründen ein regionales Gesundheitsnetz, um Behandlungspfade abzustimmen und Doppelspurigkeiten abzubauen.

Ruhiger Nachrichtentag in der Schweiz; mehrere Startseiten (u. a. medinside, BAG) waren heute nicht direkt abrufbar, Meldungen wurden über Einzelartikel geprüft.

Themen

CSS

Alles zur CSS Versicherung

CSSWichtig

Telmed-Sanktionen: CSS im Mittelfeld, Kritik an Assura, Helsana und KPT

Der Konsumentenschutz hat die AVB der zehn grössten Krankenversicherer zu Sanktionen in Sparmodellen verglichen. Die CSS (wie Visana) sanktioniert in der Regel erst ab dem zweiten Verstoss; Concordia, Groupe Mutuel, Sanitas und neu Swica erst ab dem dritten, Assura, Helsana und KPT teils bereits ab dem ersten. Der Konsumentenschutz fordert vor jeder Sanktion eine Mahnung – ein Reputationsthema mitten in der Wechselsaison.

Stiftung für Konsumentenschutz
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Krankenkassen & Markt

Mitbewerber, Vergleichsportale, Kundenthemen

Krankenkassen & MarktHintergrund

USA: Centene schrumpft um 6000 Stellen und hebt Prognose an

Centene hat im dritten Quartal bei 50,6 Mrd. Dollar Umsatz nur noch einen kleinen Verlust geschrieben und die Gewinnprognose erhöht. Die Belegschaft sank innert eines Quartals um fast 6000 Personen, die Mitgliederzahl um 8 %. Die Medicaid-Kosten bleiben wegen psychiatrischer Leistungen, Spitex und teurer Medikamente hoch.

Healthcare Dive
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Krankenkassen & MarktHintergrund

Swica: «CuraPlus» vereinfacht Übertritte vom Akutspital in die Reha

Swica, HOCH Health Ostschweiz und die Klinikgruppe Valens haben ein im Sommer gestartetes Pilotprojekt etabliert, das den Übertritt in die stationäre Rehabilitation beschleunigt. Kern ist ein deutlich vereinfachtes Kostengutsprache-Verfahren auf Basis verbindlicher Kriterien. Beispiel dafür, wie Versicherer mit Leistungserbringern Administrativaufwand und Wartezeiten senken wollen.

Swica
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Politik & Regulierung

Bund, BAG, FINMA, Parlament, Kantone

Politik & Regulierung

USA: Pharmacy Benefit Manager müssen Vergütungen offenlegen

Das US-Arbeitsministerium hat eine Regel verabschiedet, nach der PBM selbstversicherten Arbeitgebern Herstellerrabatte und Spread-Margen offenlegen müssen, bei Vertragsabschluss und halbjährlich, mit jährlichem Auditrecht. Die Behörde erwartet Einsparungen von 22 Mrd. Dollar über zehn Jahre; der PBM-Verband lehnt die Regel ab. Interessant als Referenz für die Transparenzdebatte bei Medikamentenpreisen.

Healthcare Dive
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Leistungserbringer & Versorgung

Spitäler, Ärzteschaft, Pharma, Pflege

Leistungserbringer & Versorgung

Limmattal: mediX und Spitalverband gründen Gesundheitsnetz

MediX Limmimed und der Spitalverband Limmattal lancieren das Gesundheitsnetz Limmattal für den Bezirk Dietikon, als nicht gewinnorientierten Verein ohne eigene medizinische Leistungen. Ziel sind gemeinsame Behandlungspfade, bessere Schnittstellen zu Spitex und Heimen und weniger Doppelspurigkeiten; später sind auch digitale Lösungen geplant. Solche regionalen Netze sind potenzielle Partner für integrierte Versicherungsmodelle.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Spitalzentrum Biel holt Insel-Kaderärztin als CMO

Das Spitalzentrum Biel ernennt die Viszeralchirurgin Vanessa Banz vom Inselspital zur Chief Medical Officer; sie tritt im Mai 2027 in die Geschäftsleitung ein. Bisher teilten sich vier Chefärzte die medizinische Leitung. Die neue Struktur soll auch den geplanten Neubau in Brügg tragen.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Luzerner Psychiatrie eröffnet Tagesklinik für Arbeitsrehabilitation

Die Lups eröffnet in Sursee eine Tagesklinik mit 18 Plätzen für Menschen, deren Arbeitsplatz gefährdet ist oder deren Wiedereinstieg gescheitert ist. Das vier- bis sechsmonatige Programm kombiniert Psychotherapie mit Arbeitseinsätzen beim Arbeitgeber oder bei der Stiftung Brändi. Relevant an der Schnittstelle von Krankenversicherung, Taggeld und IV.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Spital Dornach regelt Chefarzt-Nachfolge früh

Die Solothurner Spitäler bestimmen Tobias Hoffmann zum künftigen Chefarzt Innere Medizin am Spital Dornach. Er übernimmt im Mai 2028 von Armin Droll, der seit 2006 im Amt ist. Hoffmann leitet derzeit die interdisziplinäre Notfallstation.

Medinside
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Health-IT

Kernsysteme, E-GD, Interoperabilität, Plattformen

Health-IT

Stadt Bern verlängert IT-Vertrag für Schutz und Rettung

Die Stadt Bern beantragt einen Verpflichtungskredit von 3,4 Mio. Franken, um die mobile IT-Infrastruktur von Schutz und Rettung Bern für 2027 bis 2030 weiter von der Kantonspolizei betreiben zu lassen. Ab 2028 werden nur noch effektiv bezogene Leistungen verrechnet. Parallel wird die Bürokommunikation in die städtische IT-Umgebung verlegt, um Schnittstellen zu reduzieren.

inside-it.ch
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KI im Gesundheitswesen

KI für Patienten, Leistungserbringer und Versicherer

KI im GesundheitswesenWichtig

Pew: Amerikaner wollen keine KI-Entscheide über Versicherungsleistungen

Laut einer Pew-Umfrage unter rund 3500 Erwachsenen akzeptieren nur 5 % KI-Entscheide über Leistungsanträge ohne menschliche Prüfung; 38 % nur mit menschlicher Schlusskontrolle, 46 % lehnen jede KI-Rolle ab. Nur 11 % trauen den Krankenversicherern zu, KI im Interesse der Patienten einzusetzen, und 60 % fänden KI-gestützte Diagnosen durch ihren Arzt unangenehm. Ein klares Signal für Governance und Transparenz beim KI-Einsatz in der Leistungsprüfung.

Pew Research Center
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KI im Gesundheitswesen

NYU Langone bringt OpenEvidence direkt ins Epic-KIS

NYU Langone Health integriert die KI-Plattform OpenEvidence in sein Epic-System: Ärztinnen und Ärzte können klinische Fragen in natürlicher Sprache stellen und erhalten literaturgestützte Antworten mit Patientenkontext. Der Einsatz umfasst Spitäler, Ambulatorien und Ausbildung, bei rund 12,4 Mio. ambulanten Konsultationen pro Jahr. Es ist die vierte grosse Spitalintegration von OpenEvidence seit September.

BioSpace (Medienmitteilung)
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KI im Gesundheitswesen

EPFL baut grössten offenen Gewebebild-Atlas für KI-Modelle

Die EPFL hat mit Partnern in Zürich und Genf «Spora» veröffentlicht, nach eigenen Angaben den grössten offenen Atlas räumlicher Proteomik mit über 13’500 Gewebebildern von 5477 Patienten. Ein Benchmark-Modul prüft, ob KI-Modelle auch auf Daten anderer Spitäler zuverlässig funktionieren. Der Fokus liegt vorerst auf Krebsforschung, klinische Anwendungen müssen noch validiert werden.

Medinside
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