Archiv · Sonntag, 11. Oktober 2026

Was heute im Gesundheitswesen zählt

Krankenversicherung, Gesundheitspolitik, Leistungserbringer, Health-IT und KI – kuratiert und auf das Wesentliche verdichtet.

Kurz & bündig

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Kantone unter Druck: 11 von 23 Kantonen budgetieren für 2027 ein Defizit. Mehr Prämienverbilligung (ca. 350 Mio. Franken pro Jahr mehr, bis 2030 gegen 1 Mia.) und ab 2028 EFAS belasten die Finanzpläne. Bern allein rechnet mit über 250 Mio. Franken jährlich für EFAS. Für Versicherer heisst das: Die Kantone werden bei Tarifen und Spitalplanung härter verhandeln.
  2. 2Epic bestätigt: Mit Anthropics Sicherheitsmodell Claude Mythos hat der KIS-Hersteller in seinem eigenen Code Schwachstellen gefunden, die einen unbemerkten Zugriff auf Gesundheitsdaten erlaubt hätten. Ein Teil der Produktentwicklung ruht, bis die Patches eingespielt sind. Das betrifft auch Epic-Spitäler in der Schweiz wie das USZ und das CHUV.
  3. 3Versicherer-Daten in der Sprechstunde: Abridge hat mit Kaiser Permanente «Care Signals» entwickelt. Das Tool zeigt Versorgungslücken aus Payer- und Klinikdaten noch vor der Konsultation an. Cigna bündelt mit «Health Sense» ab 2027 Leistungs-, Kosten- und Kontaktdaten für ein personalisiertes Fallmanagement.
  4. 4Crans-Montana: Italien weigert sich weiterhin, rund 1,5 Mio. Franken Spitalkosten für zwölf Brandopfer zu bezahlen, die in der Schweiz behandelt wurden. Das von Parmelin versprochene Gespräch hat bisher keine Lösung gebracht.

Sonntagsausgabe. Am Wochenende kamen kaum neue Branchenmeldungen dazu, deshalb enthält diese Ausgabe vor allem Nachträge von Donnerstag und Freitag. Zur CSS gab es keine neuen Meldungen, und die Sonntagspresse brachte keine Gesundheitsthemen.

Themen

CSS

Alles zur CSS Versicherung

Keine relevanten Meldungen seit der letzten Ausgabe.

Krankenkassen & Markt

Mitbewerber, Vergleichsportale, Kundenthemen

Krankenkassen & Markt

USA: Cigna lanciert Plattform «Health Sense» für persönliche Mitgliederbetreuung

Cigna führt Gesundheitsbedarf, Deckung, Kostenbeteiligung und frühere Kontakte eines Mitglieds in einer Plattform zusammen. So können Care Manager gezielter beraten und sich mit den behandelnden Ärzten abstimmen. Der Start ist Anfang 2027 bei Krebs- und kardiometabolischen Patienten. Das Modell zeigt, wohin sich Fallmanagement und Kundenerlebnis bei Versicherern entwickeln.

Fierce Healthcare
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Politik & Regulierung

Bund, BAG, FINMA, Parlament, Kantone

Politik & RegulierungWichtig

Kantonsbudgets 2027: Prämienverbilligung und EFAS belasten die Kantone

11 von 23 Kantonen rechnen für 2027 mit einem Defizit, am grössten sind die Löcher in Genf und in der Waadt. Neue Kosten entstehen durch den Gegenvorschlag zur Prämienentlastungs-Initiative (mehr IPV) und ab 2028 durch EFAS, weil sich die Kantone dann auch an ambulanten Kosten beteiligen. Bern zeigt 2027 noch einen Überschuss, plant ab 2028 aber rund eine halbe Milliarde Franken Mehrkosten pro Jahr.

SRF
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Politik & Regulierung

Crans-Montana: Wer zahlt 1,5 Millionen Spitalkosten für italienische Opfer?

Zwölf italienische Opfer des Brands von Crans-Montana wurden in Schweizer Spitälern behandelt, die Rechnungen belaufen sich laut RTS auf rund 1,5 Mio. Franken. Italien lehnt die Übernahme weiterhin ab, obwohl nach internationalem Abkommen das Wohnsitzland zahlen müsste. Eine von Bundespräsident Parmelin angekündigte Lösung ist noch nicht in Sicht.

SRF
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Politik & Regulierung

USA: CMS macht Preistransparenz-Daten brauchbarer, FTC mahnt 24 Spitalgruppen

CMS hat eine Regel verabschiedet, die Preistransparenz-Dateien entschlacken und Akteure für unvollständige Daten verantwortlich machen soll. Gleichzeitig hat die FTC 24 grosse Spitalsysteme wegen mangelnder Umsetzung der Transparenzpflichten abgemahnt. Die Debatte um vergleichbare Tarifdaten ist auch für die Schweiz ein Thema.

Fierce Healthcare
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Politik & RegulierungHintergrund

Kanton Zürich: Bezüger von Prämienverbilligung zahlen 2027 mehr selbst

Der Regierungsrat stellt für 2027 rund 1,4 Mia. Franken für Prämienverbilligung bereit, davon etwa 800 Mio. Franken für die IPV. Der Eigenanteil steigt für Ehepaare auf 11,8 und für Alleinstehende auf 9,4 Prozent des massgebenden Einkommens, rückwirkend auch für 2026. Die Massnahmen des Bundes kosten den Kanton rund 25 Mio. Franken zusätzlich.

Uster24
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Leistungserbringer & Versorgung

Spitäler, Ärzteschaft, Pharma, Pflege

Leistungserbringer & Versorgung

Basel: Optogenetische Gentherapie gibt Blinden etwas Lichtempfinden zurück

Forschende des Basler Instituts für Molekulare und Klinische Ophthalmologie (IOB) berichten im NEJM über eine Gentherapie bei Retinitis pigmentosa. In einer Studie mit zehn Teilnehmenden nahmen sieben wieder mehr Licht wahr, einige erkannten die Umrisse kleiner Gegenstände. Zu Kosten und Verfügbarkeit gibt es noch keine Angaben. Für Versicherer ist das ein weiteres Beispiel für kommende hochpreisige Gentherapien.

SRF
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Leistungserbringer & Versorgung

Swissmedic klärt GMP-Fragen bei ausländischen Herstellern

An einem ausserordentlichen Round Table haben Swissmedic und die Industrieverbände offene Fragen zur Prüfung der GMP-Konformität ausländischer Hersteller in Zulassungsgesuchen geklärt. Die vereinbarten Lösungen sollen die Verfahren vereinfachen. Swissmedic veröffentlicht das Protokoll ausnahmsweise. Raschere Zulassungen können die Versorgung mit Medikamenten verbessern.

Swissmedic
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Health-IT

Kernsysteme, E-GD, Interoperabilität, Plattformen

Health-ITWichtig

Epic: KI von Anthropic findet Sicherheitslücken, Entwicklung teilweise pausiert

Epic hat seinen Code mit Anthropics Modell Claude Mythos geprüft und Schwachstellen gefunden, die einen unbemerkten Zugriff auf Patientendaten erlaubt hätten. CEO Judy Faulkner bestätigte, dass Teile der Produktentwicklung pausieren, bis die Patches umgesetzt sind. Kunden müssen mit mehr dringenden Sicherheitsupdates rechnen, das gilt auch für Schweizer Epic-Spitäler wie das USZ und das CHUV.

WPR
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KI im Gesundheitswesen

KI für Patienten, Leistungserbringer und Versicherer

KI im GesundheitswesenWichtig

Abridge und Kaiser Permanente: «Care Signals» zeigt Versorgungslücken vor der Konsultation

Das neue Tool kombiniert Versicherer- und Klinikdaten und zeigt Ärztinnen und Ärzten vor und während des Gesprächs offene Versorgungslücken an. Im selben KI-Überblick: Heidi II erledigt als Agent administrative Aufgaben wie Überweisungen, und athenahealth weist auf nicht dokumentierte Diagnosen hin. Payer-Daten werden so direkt im Behandlungsalltag nutzbar.

Healthcare IT News
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KI im Gesundheitswesen

University of Texas System führt Abridge flächendeckend ein

Acht UT-Institutionen mit über 11,7 Mio. ambulanten Besuchen pro Jahr erhalten über einen Rahmenvertrag Zugang zur Dokumentations-KI von Abridge. Im Pilot ist die Zahl der Ärztinnen und Ärzte, die damit aufzeichnen, innert eines Jahres um 73 Prozent gestiegen. Ambient Scribing setzt sich in grossen Spitalverbünden als Standard durch.

Fierce Healthcare
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KI im Gesundheitswesen

Elsevier bringt KI-Assistenten für die Pflege

ClinicalKey Nursing AI beantwortet Fragen zu Pflegeverfahren, Medikamenten und Austrittsplanung und belegt die Antworten mit Quellen. In einem vierwöchigen Pilot mit 96 US-Pflegefachpersonen berichteten 73 Prozent, dass sie Zeit sparten. Das ist ein Hinweis darauf, wie KI auch dem Fachkräftemangel in der Pflege begegnen könnte.

Fierce Healthcare
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KI im Gesundheitswesen

Payerset: KI wertet Preistransparenz-Daten für Tarifverhandlungen aus

Mit dem «Research Assistant» von Payerset können Leistungserbringer in natürlicher Sprache ihre ausgehandelten Tarife mit denen der Konkurrenz vergleichen. Berichte, für die es bisher Tage brauchte, liegen in Minuten bis Stunden vor. Solche Werkzeuge verschieben die Verhandlungsmacht zwischen Versicherern und Leistungserbringern.

MobiHealthNews
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KI im Gesundheitswesen

Swiss AI Jobs Report: Nachfrage nach KI-Fachleuten steigt weiter

Laut einer Auswertung der Hochschule Luzern wurden zwischen Juli 2025 und Juni 2026 rund 5000 KI-Stellen ausgeschrieben. Am stärksten wuchs die öffentliche Hand (plus 67 Prozent), gesucht sind vor allem Data- und ML-Engineers auf Senior-Stufe. Im Kanton Luzern stiegen die Ausschreibungen um 55 Prozent, das verschärft den Wettbewerb um Talente auch für die CSS.

Netzwoche
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