Archiv · Dienstag, 6. Oktober 2026

Was heute im Gesundheitswesen zählt

Krankenversicherung, Gesundheitspolitik, Leistungserbringer, Health-IT und KI – kuratiert und auf das Wesentliche verdichtet.

Kurz & bündig

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Das Unispital Zürich rechnet für sein Epic-Klinikinformationssystem neu mit rund 190 Mio. Franken, doppelt so viel wie bisher kommuniziert. Damit steigt der Kostendruck durch Spital-IT weiter, die letztlich über die Tarife finanziert wird.
  2. 2Die Gesundheitskommission des Ständerats berät am 19./20. Oktober das elektronische Gesundheitsdossier (E-GD). Eine Petition der Digitalen Gesellschaft verlangt Opt-in statt Opt-out und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
  3. 3Für Krankenversicherer und CSS wichtig: Laut BAG-Schätzung soll EFAS die Prämien ab 2028 um über 800 Mio. Franken pro Jahr entlasten. Im Ständerat greift eine Motion die FINMA-Vorgaben zu Mehrleistungen in der Spitalzusatzversicherung an.
  4. 4Das Sorgentelefon der Dargebotenen Hand (143) setzt einen KI-Chatbot ein, wenn keine Beraterin oder kein Berater frei ist. In den USA ziehen Utah und Kalifornien neue Leitplanken für KI im Gesundheitswesen ein.

Ruhiger Wochenstart mit wenigen neuen Meldungen seit gestern. Ergänzt um wichtige Meldungen der letzten zwei Wochen als Hintergrund.

Themen

CSS

Alles zur CSS Versicherung

CSSHintergrund

Future of Health Grant startet «Pilot Factory» für Digital-Health-Start-ups

Die gemeinsame Initiative von CSS und EPFL Innovation Park lässt Start-ups ihre Lösungen im Spitalalltag testen, zuerst am CHUV und am Ensemble Hospitalier de la Côte. Ein standardisierter Bewertungsrahmen mit Impact-Score soll den Nutzen digitaler Lösungen vergleichbar machen. Zu den ersten Projekten gehört eine KI-Analyse von Bildgebung zur Früherkennung von Knochenkrankheiten.

CSS
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Krankenkassen & Markt

Mitbewerber, Vergleichsportale, Kundenthemen

Krankenkassen & MarktHintergrund

EFAS soll die Prämien ab 2028 um über 800 Millionen pro Jahr entlasten

Nach Berechnungen des BAG sinkt die Prämienlast mit der einheitlichen Finanzierung (EFAS) um durchschnittlich rund 92 Franken pro Kopf und Jahr. Die Spanne reicht von 46 Franken im Aargau bis 120 Franken in Zürich. Ab 2028 müssen sich die Kantone auch an ambulanten Kosten beteiligen. Für die Versicherer verschieben sich damit Finanzierungsströme und Prämienkalkulation.

Bote der Urschweiz
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Politik & Regulierung

Bund, BAG, FINMA, Parlament, Kantone

Politik & RegulierungHintergrund

Ständerat Germann greift FINMA-Vorgaben zur Spitalzusatzversicherung an

Der SVP-Ständerat wirft der FINMA vor, mit ihren Transparenzvorgaben zu Mehrleistungen in der Zusatzversicherung ein unzulässiges Kartell zu fördern, und will das Tarifmodell kippen. Der Versicherungsverband SVV verteidigt seine elf Branchengrundsätze als Gewinn an Rechtssicherheit. Die Motion wurde zur Vorprüfung an die Kommission überwiesen. Für VVG-Versicherer wie die CSS geht es um die Grundlage der Spitalverträge.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Spitäler, Ärzteschaft, Pharma, Pflege

Leistungserbringer & Versorgung

Spital Zofingen baut Chirurgie um und rückt näher ans KSA

Nach nur einem Jahr endet die Doppelspitze in der Chirurgie: Ein Co-Chefarzt geht, die Zusammenarbeit mit der Viszeralchirurgie Aargau wird ausgebaut. Komplexe Fälle sollen vermehrt ans Kantonsspital Aarau gehen. Das Beispiel zeigt die laufende Konzentration chirurgischer Leistungen in der Region.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Roboterchirurgie: 25 Prozent mehr Eingriffe innert eines Jahres

Gemäss BFS wurden 2025 in der Schweiz rund 22'000 roboterassistierte Operationen durchgeführt, ein Viertel mehr als im Vorjahr. Am stärksten wächst die Orthopädie, vor allem bei Knieprothesen. Die meisten Roboter-Eingriffe sind für die Spitäler noch defizitär. Für Versicherer stellt sich damit die Frage nach Nutzen und Tarifierung.

Medinside
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Health-IT

Kernsysteme, E-GD, Interoperabilität, Plattformen

Health-ITWichtig

Epic am USZ: Kostenschätzung verdoppelt sich auf rund 190 Millionen

In einer Antwort an den Kantonsrat beziffert die Zürcher Regierung die Kosten für das Klinikinformationssystem Epic am Unispital neu auf rund 190 Mio. Franken. 2025 waren noch knapp 95 Mio. über zehn Jahre genannt worden. Begründet wird die Erhöhung mit Erfahrungen anderer Spitäler, bei denen der Einführungsaufwand etwa dem Lizenzpreis entsprach. Nach Bern und der Waadt ist dies ein weiteres teures Epic-Projekt im Schweizer Spitalmarkt.

Medinside
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Health-ITWichtig

E-Gesundheitsdossier: Petition fordert vor Ständeratsberatung Opt-in und Verschlüsselung

Der Nationalrat hat Mitte September ein zentrales E-GD beschlossen, das automatisch für alle eröffnet wird (Opt-out). Die Digitale Gesellschaft verlangt per Petition persönliche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Eröffnung nur mit Einwilligung und technisch gesicherte Zugriffsrechte. Die Gesundheitskommission des Ständerats tagt am 19./20. Oktober. Ihr Entscheid prägt, wie Versicherte und Versicherer das Dossier künftig nutzen können.

Digitale Gesellschaft
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Health-IT

USA: Datavant setzt für Patientendaten-Anfragen auf ID.me

Der Datenvermittler Datavant integriert die digitale Identitätsprüfung von ID.me in sein Tool, mit dem Patientinnen und Patienten ihre Krankenakten anfordern. Bestehende ID.me-Konten lassen sich wiederverwenden, Sicherheit nach NIST-Standard bleibt gewährleistet. Das Beispiel zeigt, wie eine starke E-ID den sicheren Datenzugang vereinfacht, ein Thema auch für E-GD und Versichertenportale.

Fierce Healthcare
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Health-ITHintergrund

EPD der Post: Bundesrat will 70'000 Dossiers zu Cara überführen

Die Post stellt ihre EPD-Plattform Sanela per 30. November 2026 ein. Der Bundesrat erwartet, dass die rund 70'000 Dossiers möglichst einfach zur letzten verbleibenden Stammgemeinschaft Cara migriert werden. Ohne Zustimmung der Betroffenen dürfen Gesundheitsdaten nicht gelöscht werden.

Medinside
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KI im Gesundheitswesen

KI für Patienten, Leistungserbringer und Versicherer

KI im GesundheitswesenWichtig

Dargebotene Hand: KI-Chatbot springt ein, wenn niemand frei ist

Weil das Sorgentelefon 143 nur rund ein Drittel der Chat-Anfragen beantworten kann, übernimmt neu ein in Finnland entwickelter KI-Bot, wenn keine freiwillige Beraterin und kein freiwilliger Berater verfügbar ist. Der Bot ist bewusst auf Distanz ausgelegt, damit keine Abhängigkeit entsteht. Die Schweiz ist erst das zweite europäische Land mit diesem Ansatz. Der Fall zeigt, wie KI in der niederschwelligen psychischen Versorgung Engpässe überbrücken soll.

20 Minuten
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KI im Gesundheitswesen

Utah erweitert KI-Sandbox: Rezepte per KI, neu mit externen Audits

Utah lässt weitere Pilotprojekte zu, bei denen Regulierungen für KI-Gesundheitsdienste befristet ausgesetzt werden, etwa eine KI, die Akne-Patienten beurteilt und risikoarme Medikamente verschreibt. Vorerst muss noch eine Fachperson jedes Rezept freigeben. Auf Kritik hin verlangt der Staat neu unabhängige Audits der Herstellerangaben.

STAT
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KI im Gesundheitswesen

Ärzteverbände widersprechen RFK Jr.: KI ersetzt keine ärztliche Beurteilung

Gesundheitsminister Kennedy hatte KI als bessere Zweitmeinung gegenüber Ärztinnen und Ärzten dargestellt. Sechs grosse US-Fachgesellschaften, darunter die AMA, halten in einer gemeinsamen Erklärung dagegen. Sie fordern, dass Ärztinnen und Ärzte die KI-Entwicklung in der Medizin anführen und die Patientensicherheit Vorrang hat.

Fierce Healthcare
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KI im Gesundheitswesen

Kalifornien regelt KI im Gesundheitswesen mit drei neuen Gesetzen

Gouverneur Newsom hat Gesetze unterzeichnet, die KI in der klinischen Versorgung auf eine beratende Rolle beschränken, Massnahmen gegen algorithmische Verzerrungen in Entscheidungshilfen verlangen und Chatbots verbieten, sich als Menschen auszugeben. Zwei weitergehende Vorlagen, unter anderem zu KI in der Psychotherapie, legte er per Veto ab.

Healthcare IT News
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KI im GesundheitswesenHintergrund

Stadtspital Zürich plant Ambient Listening und KI-Codierung

Laut Stadtrat setzt das Stadtspital KI bisher nur unterstützend ein, die Resultate werden von Fachpersonen geprüft. Geplant sind automatische Dokumentation mit Dragon Copilot und KISIM AI, KI-gestützte medizinische Codierung, eine digitale Augenklinik und KI-Sturzprävention. KI-Codierung betrifft direkt die Rechnungen, die bei den Versicherern ankommen.

Medinside
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