Archiv · Freitag, 16. Oktober 2026

Was heute im Gesundheitswesen zählt

Krankenversicherung, Gesundheitspolitik, Leistungserbringer, Health-IT und KI – kuratiert und auf das Wesentliche verdichtet.

Kurz & bündig

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Prämienranking 2027: Laut einer Moneyland-Auswertung für Blick bietet Agrisanos App-Modell landesweit die günstigsten Prämien, dahinter folgen KPT, Sanitas, ÖKK und Concordia. Die CSS taucht in der Spitzengruppe nicht auf, mitten in der Wechselsaison.
  2. 2USA: Centene ersetzt ab November für 160'000 Leistungserbringer bei ausgewählten ambulanten Leistungen die Vorabgenehmigung durch eine blosse Vorabmeldung (Gold Card). Startup Otter Health will Kostengutsprachen per KI-Echtzeitprüfung ganz überflüssig machen. Beides ist interessant für die eigene Leistungssteuerung.
  3. 3Deepfakes als Betrugsmasche: Unbekannte werben mit KI-gefälschten Bildern, Stimmen und Videos von USZ-Ärzten für dubiose Gesundheitsprodukte. Auch Versicherermarken und Vertrauensärzte können so missbraucht werden.
  4. 4Pflege und Spitäler: Alliance Care geht nach nicht einmal zehn Monaten in Konkurs, rund 70 Stellen fallen weg. In Luzern wächst die Ärzteschaft in den Spitälern deutlich stärker als die Pflege, und Basel finanziert den Kauf des Claraspitals mit einem kantonalen Darlehen von 150 Mio. Franken.
  5. 5Zocdoc kauft Sohar Health, das Deckungs- und Netzwerkprüfungen automatisiert. Echtzeit-Abfragen zur Versicherungsdeckung werden in den USA zum Standard für Buchungsplattformen.

Ruhiger Nachrichtentag: Zur CSS gab es seit gestern weder eine Medienmitteilung noch nennenswerte Berichterstattung. Bundesrat, BAG und FINMA haben nichts Neues zu Krankenversicherung oder Gesundheitspolitik veröffentlicht. Nachgereicht werden deshalb zwei Beiträge vom 12. und 13. Oktober (Prämienranking, Oggier-Interview), die hier noch fehlten. Am 19./20. Oktober berät die SGK-S das E-GD.

Themen

CSS

Alles zur CSS Versicherung

Keine relevanten Meldungen seit der letzten Ausgabe.

Krankenkassen & Markt

Mitbewerber, Vergleichsportale, Kundenthemen

Krankenkassen & MarktWichtig

USA: Centene ersetzt Vorabgenehmigung für bewährte Ärzte durch Meldung

Centene führt ab November landesweit ein Gold-Card-Programm für rund 160'000 berechtigte Leistungserbringer ein. Wer bei Bewilligungsquote, Dokumentation und Einhaltung der medizinischen Richtlinien gut abschneidet, muss ausgewählte ambulante Leistungen nur noch vorab melden statt bewilligen lassen. Das Modell zeigt, wie Versicherer den Aufwand für Kostengutsprachen gezielt auf auffällige Leistungserbringer konzentrieren können.

Fierce Healthcare
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Krankenkassen & MarktWichtig

Moneyland-Ranking 2027: Agrisano vor KPT, Sanitas, ÖKK und Concordia

Moneyland hat für Blick 152 Grundversicherungsprodukte aller 32 Kassen verglichen. Gemessen wurde, wie viel teurer ein Produkt im Schnitt ist als das günstigste Angebot der jeweiligen Prämienregion. Vorne liegt das App-Modell Agri Smart von Agrisano mit 2,3 Prozent Aufschlag, danach folgen Produkte von KPT, Sanitas, ÖKK und Concordia mit 3,3 bis 4,7 Prozent. Die CSS wird in der Spitzengruppe nicht genannt, und solche Rankings prägen das Wechselverhalten bis Ende November.

Blick
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Krankenkassen & MarktHintergrund

Oggier: Mehr ambulant, grössere Spitalregionen, keine Einheitskasse

Gesundheitsökonom Willy Oggier rechnet im Blick-Interview mit durchschnittlich rund 20 Franken höheren Prämien. Er verlangt mehr Verlagerung in den ambulanten Bereich, Spitalplanung in grösseren Regionen und weniger Regulierung. Eine Einheitskasse und einen Lohndeckel für Kassenchefs lehnt er ab, weil der Wettbewerb die Versicherer effizienter mache. Seine Argumente stützen die Position der Versicherer gegen staatliche Monopole.

Blick
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Politik & Regulierung

Bund, BAG, FINMA, Parlament, Kantone

Politik & Regulierung

Deutschland: Bundestag stimmt über Reform der Notfallversorgung ab

Der Bundestag stimmte am 15. Oktober über die Reform der Notfallversorgung ab, das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss nicht vor. Geplant sind rund 750 integrierte Notfallzentren an Spitälern, die entscheiden, ob jemand in die Notaufnahme gehört oder anderswo behandelt werden kann. Zudem sollen die Notrufnummer 112 und der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117 verknüpft werden. Die Steuerung von Bagatellfällen weg vom Spitalnotfall ist auch in der Schweiz ein Kostenthema.

Medinside
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Politik & Regulierung

EFK: Bundesverwaltung kommt bei der Datengouvernanz nur langsam voran

Die Eidgenössische Finanzkontrolle hält in einer Querschnittsprüfung fest, dass der Bund beim Aufbau einer einheitlichen Datengouvernanz nur langsam vorankommt. Erst UVEK und VBS verfügen über einen entsprechenden Rahmen samt Strategie. Für DigiSanté und den Swiss Health Data Space, bei denen der Bund auf saubere und wiederverwendbare Daten angewiesen ist, ist das ein Warnsignal.

Inside IT
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Politik & Regulierung

IV-Studie: Ärzte bei der Wiedereingliederung zu wenig einbezogen

Ein Forschungsbericht aus dem IV-Forschungsprogramm untersucht, wie IV-Stellen, Ärzteschaft und Arbeitgeber bei der beruflichen Wiedereingliederung psychisch erkrankter Menschen zusammenarbeiten. Die Kooperation funktioniert oft über formelle Berichte hinaus. Verbesserungsbedarf sieht der Bericht beim Einbezug der behandelnden Ärztinnen und Ärzte und bei interdisziplinär abgestimmten Plänen. Das ist relevant für das Case Management bei Krankentaggeld und Zusatzversicherung.

admin.ch
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Leistungserbringer & Versorgung

Spitäler, Ärzteschaft, Pharma, Pflege

Leistungserbringer & VersorgungWichtig

Luzerner Spitäler: Ärzteschaft wächst fast dreimal so stark wie die Pflege

Laut Lustat stiegen die stationären Fälle in den zehn Luzerner Spitalbetrieben 2025 um 2,0 Prozent auf 67'600. Das Personal wuchs um 3,5 Prozent auf rund 9'900 Vollzeitstellen, bei den Ärzten um 6,3 Prozent, in der Pflege um 2,1 Prozent. Allein das LUKS schuf 296 zusätzliche Vollzeitstellen. Die Aufenthaltsdauer in der Akutsomatik sank in zehn Jahren von 5,6 auf 4,7 Tage. Für den Heimkanton der CSS zeigt das, dass der Personalaufbau schneller wächst als die Fallzahlen.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Alliance Care geht in Konkurs, rund 70 Stellen betroffen

Die Delegierten haben den Pflege-Dachverband Alliance Care nach nicht einmal zehn Monaten aufgelöst, nun folgt das Konkursverfahren. Direktorin Yvonne Ribi räumt ein, die Strategie sei zu ambitioniert und der Personalaufwand im Verhältnis zu den Einnahmen zu hoch gewesen. Rund 70 Mitarbeitende dürften ihre Stelle verlieren, die Darlehen des SBK sind wohl verloren. Ribi gibt zudem die operative Leitung des SBK ab. Die Pflege verliert damit vorerst ihre gemeinsame Stimme in Tarif- und Politikfragen.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Auch Spital Nidwalden erhält einen Interimschef

Ursina Pajarola verlässt die operative Leitung des Spitals Nidwalden per sofort. Anfang November übernimmt Thomas Rudin, langjähriger CEO des Bethesda Spitals Basel, interimistisch. In derselben Woche hatte bereits das Kantonsspital Obwalden seinen Direktor verloren. Damit werden beide Spitäler der Region gleichzeitig interimistisch geführt.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Basel finanziert Claraspital-Kauf mit 150-Mio.-Darlehen

Der Basler Grosse Rat hat mit 83 zu 1 Stimmen entschieden, eine Tranche von 150 Mio. Franken eines Kantonsdarlehens an das Unispital umzuwidmen. Statt in den Neubau Klinikum 3 fliesst das Geld nun in die Refinanzierung des Claraspital-Kaufs. Zusätzlich bewilligte das Parlament einen Nachtragskredit von 239,5 Mio. Franken. Die Konsolidierung der Basler Spitallandschaft dürfte mittelfristig Angebot und Tarifverhandlungen verändern.

Nau.ch / SDA
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Health-IT

Kernsysteme, E-GD, Interoperabilität, Plattformen

Health-ITWichtig

Deepfakes von USZ-Ärzten werben für dubiose Gesundheitsprodukte

Das Universitätsspital Zürich warnt vor Betrügern, die in sozialen Medien sein Logo sowie KI-manipulierte Bilder, Stimmen und Videos von Ärzten und Mitarbeitenden verwenden. Beworben werden zweifelhafte Präparate, Nahrungsergänzungsmittel und medizinische Dienstleistungen. Das USZ geht rechtlich dagegen vor und hat die Anzeigen bei den Plattformen gemeldet. Krankenversicherer mit bekannten Marken sollten ein ähnliches Monitoring und einen Kommunikationsplan bereithalten.

Medinside
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Health-IT

Zocdoc kauft Sohar Health für automatische Deckungsprüfung

Die US-Buchungsplattform Zocdoc übernimmt Sohar Health, es ist ihr erster Zukauf in fast 20 Jahren. Sohar prüft allein anhand von Name und Geburtsdatum automatisch, ob jemand versichert ist und ob der Leistungserbringer im Netzwerk liegt. Zocdoc nutzt die Technologie seit 2025. Einen Preis nannten die Firmen nicht. Echtzeit-Schnittstellen zur Deckungsprüfung werden damit zur Erwartung an Versicherer, auch bei Telemedizin- und Buchungspartnern.

MobiHealthNews
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Health-IT

US-Umfrage: Value-Based-Care-Pläne scheitern an Finanzierung und Interoperabilität

In einer Umfrage von NAACOS und Innovaccer unter 116 Verantwortlichen sagen 73 Prozent, das neue CMS-Modell ACCESS habe ihre Technologiestrategie beeinflusst. Doch nur 30 Prozent sehen in den Vergütungen eine relevante Finanzierungsquelle. 45 Prozent nennen das Budget als grösstes Hindernis, und nach der Finanzierung ist Interoperabilität der meistgenannte Bedarf. Das gilt auch für Schweizer Modelle mit integrierter Versorgung.

Healthcare IT News
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KI im Gesundheitswesen

KI für Patienten, Leistungserbringer und Versicherer

KI im GesundheitswesenWichtig

Otter Health will Kostengutsprachen durch KI-Echtzeitprüfung ersetzen

Das Startup Otter Health ist mit 8 Mio. Dollar Seed-Finanzierung gestartet. Seine KI vergleicht ärztliche Entscheide in Echtzeit mit evidenzbasierten Standards. So sollen Versicherer bei Routineleistungen auf Vorabgenehmigungen verzichten können und trotzdem sehen, wie einzelne Ärzte behandeln. Der Ansatz zielt auch auf Leistungen mit geringem Nutzen, die nie eine Bewilligungsschwelle erreichen, und ist damit eine mögliche Alternative zu klassischen Kostengutsprachen.

Fierce Healthcare
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KI im Gesundheitswesen

US-Gesundheitsbehörde fördert patientengesteuerte KI-Agenten und Labordaten-Standards

Die US-Behörde ONC vergibt 1,5 Mio. Dollar an zwei Projekte. MedStar entwickelt eine Open-Source-Schicht, in der KI-Agenten klinische Nachkontrollen koordinieren, während die Daten unter Kontrolle der Patienten bleiben und jede KI-Entscheidung nachvollziehbar ist. Regenstrief bereinigt mit kleinen Labors uneinheitliche Begriffe in Laborbefunden. Beide Themen, Datenhoheit bei KI-Agenten und saubere Terminologie, stellen sich auch für das E-GD und den Swiss Health Data Space.

Healthcare IT News
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