Archiv · Donnerstag, 15. Oktober 2026

Was heute im Gesundheitswesen zählt

Krankenversicherung, Gesundheitspolitik, Leistungserbringer, Health-IT und KI – kuratiert und auf das Wesentliche verdichtet.

Kurz & bündig

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Kapitalerträge: Der Bundesrat will Krankenversicherer nicht verpflichten, sämtliche Kapitalerträge für Prämiensenkungen einzusetzen. Das freiwillige System genüge und verhindere zusätzliche Prämienschwankungen. Für die CSS bleibt damit der Spielraum bei Reserven und Prämienpolitik erhalten.
  2. 2Tardoc-Nachwehen: Der Kanton Waadt musste dem CHUV 427 Mio. Franken vorschiessen, weil Rechnungen nach Tardoc und einem Softwarewechsel liegen bleiben. Gleichzeitig kritisiert RTS, dass einzelne Spezialisten Behandlungen auf mehrere Termine verteilen. Für Versicherer heisst das: verzögerte Kostenwellen und mehr Bedarf an Rechnungskontrolle.
  3. 3Marktkonsolidierung: 2027 gibt es nur noch 32 Krankenkassen, weil AMB und CMVEO in der Groupe Mutuel aufgehen. 20 davon haben weniger als 100'000 Versicherte.
  4. 4E-GD vor der Ständeratskommission: Die SGK-S berät das elektronische Gesundheitsdossier am 19. und 20. Oktober. Die Digitale Gesellschaft fordert Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und aktive Einwilligung statt eines zentral befüllten Dossiers.
  5. 5Cyber-Lieferkette: Der Angriff auf den Pensionskassen-Softwareanbieter PK Softech betrifft immer mehr Vorsorgeeinrichtungen. Ein Lehrstück für das Lieferantenrisiko bei Versicherungs-Kernsystemen.

Zur CSS gab es seit gestern keine eigene Medienmitteilung und keine nennenswerte Berichterstattung. Schwerpunkte sind die Folgen der Tardoc-Einführung (Abrechnungsstau, Kritik an Terminsplitting), der Entscheid des Bundesrats zu den Kapitalerträgen der Versicherer und die E-GD-Beratung in der SGK-S vom 19./20. Oktober.

Themen

CSS

Alles zur CSS Versicherung

Keine relevanten Meldungen seit der letzten Ausgabe.

Krankenkassen & Markt

Mitbewerber, Vergleichsportale, Kundenthemen

Krankenkassen & Markt

Comparis zeigt neu, welche Hausärzte in welchem Sparmodell akzeptiert sind

Der Comparis-Prämienrechner 2027 zeigt für bis zu 80 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in städtischen Gebieten, welche alternativen Versicherungsmodelle sie annehmen; schweizweit deckt er rund 60 Prozent der Hausärzte ab. Rund 80 Prozent der Bevölkerung sind bereits in einem Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell versichert. Damit wird der Kassenwechsel ohne Arztwechsel einfacher, was den Wettbewerb in der Wechselsaison bis 30. November verschärft.

Comparis (Presseportal)
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Krankenkassen & Markt

Nur noch 32 Krankenkassen: Groupe Mutuel schluckt AMB und CMVEO

Auf Ende Jahr fusionieren die AMB-Versicherung (rund 19'000 Versicherte, bereits Tochter der Groupe Mutuel) und die CMVEO (knapp 5'000 Versicherte) mit der Groupe Mutuel. Damit bleiben 2027 noch 32 Grundversicherer, 2011 waren es 75. Nur sieben Kassen haben mehr als 500'000 Versicherte, 20 weniger als 100'000. In der Romandie und im Tessin sind nur rund 20 Kassen aktiv. Die Konsolidierung verschiebt Volumen zu den grossen Anbietern wie der CSS.

Medinside
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Politik & Regulierung

Bund, BAG, FINMA, Parlament, Kantone

Politik & RegulierungWichtig

Bundesrat: Keine Pflicht, Kapitalerträge für Prämiensenkungen einzusetzen

In seinem Bericht zum Postulat 22.3930 Feller kommt der Bundesrat zum Schluss, dass das heutige freiwillige System genügt. Versicherer können einen Teil ihrer Kapitalerträge von den OKP-Kosten abziehen, und die meisten tun das bei ausreichender Solvenz. Ein Obligatorium würde laut Bundesrat zusätzliche Prämienschwankungen auslösen und die Reservebildung erschweren. Für die Versicherer bleibt damit die Steuerung über Reserven und Prämienpolitik in eigener Hand.

Bundesrat
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Politik & Regulierung

E-GD: Ständeratskommission berät am 19./20. Oktober, Kritiker fordern Verschlüsselung

Die SGK-S nimmt das elektronische Gesundheitsdossier am 19. und 20. Oktober in Angriff. Der Nationalrat hatte ein Modell beschlossen, bei dem der Bund für alle ein zentrales Dossier ohne vorgängige Zustimmung anlegt. Die Digitale Gesellschaft kritisiert, dass der Entwurf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung faktisch ausschliesst, obwohl eine vom BAG beauftragte EPFL-Studie sie für machbar hält, und sammelt Unterschriften für eine Petition. Der Ausgang prägt die künftige Datenarchitektur, an die auch Versicherer angebunden werden.

Digitale Gesellschaft
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Politik & Regulierung

Meldepflicht für Engpässe soll auf lebenswichtige Medizinprodukte ausgeweitet werden

Der Bundesrat will die bei Arzneimitteln geltende Meldepflicht für Versorgungsstörungen auf lebenswichtige Medizinprodukte ausdehnen. Die Meldungen sollen elektronisch über die Heilmittelplattform beim Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung eingehen. Die Vernehmlassung läuft bis 28. Januar 2027, Inkrafttreten ist für den 1. August 2027 vorgesehen.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Spitäler, Ärzteschaft, Pharma, Pflege

Leistungserbringer & VersorgungWichtig

Tardoc-Abrechnungsstau: Waadt schiesst dem CHUV 427 Mio. Franken vor

Weil sich die Rechnungsstellung nach der Tardoc-Einführung und einem Softwarewechsel verzögert, hat der Kanton Waadt dem CHUV bis Ende September Liquiditätsvorschüsse von 427 Mio. Franken gewährt, verzinst mit einem Prozent. Ambulante Leistungen von über 260 Mio. Franken sind noch nicht verrechnet, eine Normalisierung wird erst Anfang 2027 erwartet. Auch Deutschschweizer Spitäler warten auf Millionen. Für Versicherer bedeutet das verschobene Kosten und gebündelte Rechnungen, die Versicherte mit hoher Franchise stark belasten können.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Spital Bülach eröffnet Rettungswache an der Autobahnzufahrt

Nach rund zehn Monaten Bauzeit hat das Spital Bülach seine neue Rettungswache direkt bei der Autobahnzufahrt Bülach Nord in Betrieb genommen. Der Bau kostete sieben Mio. Franken. Am bisherigen Standort entsteht ein neuer Behandlungstrakt, und der Rettungsdienst soll Teile der Region schneller erreichen.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

RTS-Recherche: Spezialisten verteilen Behandlungen unter Tardoc auf mehrere Termine

Laut einer Recherche der RTS-Sendung «À bon entendeur» teilen einzelne Spezialisten seit dem Tardoc-Start Behandlungen auf mehrere Konsultationen auf, was die Rechnungen erhöht. Eine Walliser Augenklinik begründet das medizinisch, Ständerat Baptiste Hurni (SP) hält einzelne Praktiken für unzulässig. Ein Gastroenterologe kritisiert umgekehrt, dass manche Leistungen unter Tardoc nicht kostendeckend seien. Für Versicherer ist das ein Hinweis, wo die Rechnungskontrolle ansetzen sollte.

Medinside / RTS
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Leistungserbringer & Versorgung

Pflege-Dachverband Alliance Care löst sich auf

Der erst im Juni 2025 gegründete Pflege-Dachverband Alliance Care hat seine Auflösung und den Konkursantrag beschlossen. Die Einnahmen blieben deutlich unter den Erwartungen, die Mitgliederzahl wuchs nicht wie erhofft; bereits Ende Juni mussten 17 von 91 Mitarbeitenden gehen. Die SBK-Sektionen Bern und Basel sind unterschiedlich betroffen. Der Pflege fehlt damit vorerst eine starke gemeinsame Stimme in Tarif- und Versorgungsfragen.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Spital Obwalden: Direktor Peter Werder geht per sofort

Das Kantonsspital Obwalden trennt sich im gegenseitigen Einvernehmen per sofort von CEO Peter Werder, der das Spital seit Februar 2023 führte. Der Verwaltungsrat begründet den Schritt mit dem Bedarf nach neuen Kräften. Das Spital soll Teil der LUKS-Gruppe werden; interimistisch übernimmt der frühere UPD-Chef Josef Müller.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Kantonsspital St. Gallen eröffnet ambulante Augenpraxis beim Bahnhof

HOCH Health Ostschweiz eröffnet Ende November eine ambulante Aussenstelle der Augenklinik an der St. Leonhardstrasse in St. Gallen. Angeboten werden Diagnostik, komplexe Brillen- und Kontaktlinsenanpassungen, kleinere Lideingriffe und intravitreale Injektionen. Ein weiteres Beispiel für die Verlagerung von Spitalleistungen in den ambulanten Bereich.

Medinside
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Health-IT

Kernsysteme, E-GD, Interoperabilität, Plattformen

Health-ITWichtig

Cyberangriff auf Pensionskassen-Software PK Softech weitet sich aus

Nach dem Angriff auf den Softwarelieferanten PK Softech prüfen immer mehr Vorsorgeeinrichtungen mögliche Datenabflüsse, darunter die Pensionskasse des Bundes, Berner Kassen sowie die Vorsorgewerke von Migros, Post und Syngenta. Neu klären auch die Stiftung FAR und die Pensionskasse Stadt Zürich ab, ob Testdaten für einen geplanten Wechsel betroffen sind. Der Fall zeigt, wie stark das Risiko bei spezialisierten Kernsystem-Anbietern konzentriert ist, ein Thema auch für Krankenversicherer.

Inside IT
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Health-IT

Schweizer Chefs fürchten bei Ransomware vor allem die Lösegeldforderung

In einer von Kaspersky beauftragten Censuswide-Umfrage nennen 41 Prozent der befragten Schweizer Geschäftsführer Lösegeldforderungen als grösste Sorge nach einem Ransomware-Angriff. Es folgen Reputationsschäden (35 Prozent) und Datenverlust (32 Prozent). Befragt wurden 403 Führungskräfte in der DACH-Region, davon 103 in der Schweiz.

Netzwoche
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Health-IT

Omdia: Viele Versprechen zu souveräner KI halten der Prüfung nicht stand

Omdia hat Verträge, Datenschutzbestimmungen und Zertifizierungen von 35 Anbietern souveräner KI geprüft und bei 28 Prozent keine Belege für die Souveränitätsversprechen gefunden. Die meisten Anbieter setzen auf den Speicherort der Daten, schneiden aber bei betrieblicher, technischer und rechtlicher Souveränität schwach ab. Für die Beschaffung von KI- und Cloud-Diensten mit Gesundheitsdaten heisst das: Datenstandort allein reicht als Kriterium nicht.

Netzwoche
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KI im Gesundheitswesen

KI für Patienten, Leistungserbringer und Versicherer

KI im GesundheitswesenWichtig

USA: Ärztekammern erarbeiten Regeln für autonome klinische KI, Elevance am Tisch

Die Federation of State Medical Boards hat eine 22-köpfige Arbeitsgruppe einberufen, die Leitlinien für KI-Werkzeuge mit wenig oder keiner ärztlichen Aufsicht entwickelt. Dabei sind unter anderem die American Medical Association, die American Hospital Association, Anthropic und der Krankenversicherer Elevance Health. Ein Entwurf soll in Wochen bis Monaten vorliegen und könnte Grundlage für Gesetze der Bundesstaaten werden. Versicherer reden damit bei der Regulierung klinischer KI mit.

STAT
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KI im Gesundheitswesen

Whoop im Medicare-Pilot: Bezahlt wird nur bei messbar besseren Werten

Whoop ist als einer von wenigen Wearable-Anbietern ins ACCESS-Pilotprogramm von Medicare aufgenommen worden und bietet über 65-Jährigen Gerät, App-Abo und klinische Begleitung an. Medicare knüpft die Vergütung an Verbesserungen bei Blutdruck, HbA1c und LDL-Cholesterin. Das ergebnisabhängige Modell ist interessant für Versicherer, die digitale Präventionsangebote vergüten wollen.

STAT
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KI im Gesundheitswesen

Utah lässt KI-Tools aus seiner Regulierungs-Sandbox unabhängig prüfen

Nach Kritik an einem Pilot zur automatisierten Rezeptverlängerung hat Utah sechs unabhängige Prüfer beauftragt, Leistung und Sicherheit von KI-Tools aus seiner Sandbox zu auditieren. Zusätzlich sollen verifizierbare KI-Nachweise Teilnahmebedingung werden, die allerdings keine Sicherheit oder Rechtskonformität garantieren. Ein frühes Beispiel für staatliche Validierung von Gesundheits-KI.

Healthcare IT News
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KI im Gesundheitswesen

Grossbritannien: KI-verfasste Patientenbeschwerden belasten Hausarztpraxen

Laut einer Umfrage der Medical Protection Society unter knapp 160 Praxismanagern empfinden 45 Prozent KI-generierte Beschwerden als Zusatzbelastung, nur 7 Prozent haben noch nie eine erhalten. Die Schreiben umfassen teils 20 Seiten und mehr und enthalten oft fragwürdige juristische Argumente. Auch Versicherer müssen sich auf längere, KI-gestützte Einsprachen und Beschwerden einstellen.

Resultsense
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