Archiv · Mittwoch, 21. Oktober 2026

Was heute im Gesundheitswesen zählt

Krankenversicherung, Gesundheitspolitik, Leistungserbringer, Health-IT und KI – kuratiert und auf das Wesentliche verdichtet.

Kurz & bündig

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Swiss Government Cloud ausgeschrieben: Der Bund sucht für bis zu 7 Mrd. Franken über 14 Jahre eine hybride Multi-Cloud mit drei Stufen, von Public Cloud bis On-Premise. Kantone und Gemeinden können sie mitnutzen. Für die Cloud-Strategie der CSS lohnt sich ein Blick auf diese Stufen und die Anforderungen an die Datenhoheit.
  2. 2Publica-Datenleck weitet sich aus: Unter den Daten beim PK-Softwarelieferanten PK Softech sind offenbar auch Angaben zu verdeckt arbeitenden Fedpol- und NDB-Mitarbeitenden. Der Bund vermutet die Ransomware-Gruppe Akira dahinter. Das Lieferkettenrisiko trifft jede Organisation mit ausgelagerten Kernsystemen.
  3. 3Google-Cloud-Ausfall in London: Ein Stromausfall in der Region Europe-West2 legte am Dienstag mehrere Dienste lahm. In der Schweiz waren über 1,3 Mio. Revolut-Kundinnen und -Kunden betroffen. Die Frage nach Ausweichregionen gehört in jede Notfallplanung.
  4. 4Onkologiepflege fordert TARDOC-Korrektur: Fachverbände beziffern die Einbussen bei Beratungen auf rund 60 Prozent und warnen vor Kostenverlagerung in teurere stationäre Behandlungen. Damit wächst der Druck auf die Tarifpartner.
  5. 5Aargau bleibt beim Verbot der Selbstdispensation: Der Grosse Rat lehnte die Medikamentenabgabe durch Hausärztinnen und Hausärzte mit 78 zu 44 Stimmen ab.

Keine neue CSS-Medienmitteilung seit der letzten Ausgabe. Die Ergebnisse der SGK-S-Sitzung vom 19./20. Oktober (Pflegeinitiative, E-GD) waren bei Redaktionsschluss online noch nicht auffindbar.

Themen

CSS

Alles zur CSS Versicherung

Keine relevanten Meldungen seit der letzten Ausgabe.

Krankenkassen & Markt

Mitbewerber, Vergleichsportale, Kundenthemen

Krankenkassen & Markt

USA: Centene und Oscar bauen ihr ACA-Angebot 2027 aus

Vor Beginn der Einschreibefrist am 1. November erweitern Centene und Oscar ihre Marktplatz-Angebote. Beide setzen stark auf krankheits- und lebensphasenspezifische Pläne, etwa für Herzinsuffizienz, Diabetes oder die Menopause. Die mittlere Prämie steigt laut KFF um 15 Prozent. Für Schweizer Versicherer zeigt das, wie Produktdifferenzierung über Versorgungsprogramme aussehen kann.

Fierce Healthcare
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Krankenkassen & MarktHintergrund

Telmed legt zu, Hausarztmodell verliert Anteile

Laut Comparis ist der Anteil der Telmed-Versicherten innert fünf Jahren von 13,4 auf 18,9 Prozent gestiegen, der Anteil im Hausarztmodell sank von 47,4 auf 42,1 Prozent. Eine Deloitte-Auswertung von 870 Angeboten zeigt zudem, dass Telmed keineswegs immer günstiger ist als das Hausarztmodell. Für die Produktsteuerung in der Wechselsaison sind diese Verschiebungen zentral.

watson
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Politik & Regulierung

Bund, BAG, FINMA, Parlament, Kantone

Politik & RegulierungWichtig

Aargau hält am Verbot der Medikamentenabgabe durch Hausärzte fest

Der Grosse Rat hat eine überparteiliche Motion zur Selbstdispensation mit 78 zu 44 Stimmen abgelehnt. Die Regierung verwies auf Patientensicherheit und Fehlanreize bei der Verschreibung. Die Befürworter sehen dagegen die Grundversorgung auf dem Land gefährdet. Damit bleibt der Aargau einer der wenigen Deutschschweizer Kantone ohne Selbstdispensation, und das wirkt sich auf die Medikamentenkosten in der OKP aus.

Medinside
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Politik & Regulierung

Luzerner Regierung will keine Frist für Spitalrechnungen

Fünf Mitte-Kantonsräte verlangen, dass Luzerner Spitäler ihre Leistungen innert 180 Tagen abrechnen, weil Patientinnen und Patienten teils jahrelang auf Rechnungen warten. Die Regierung lehnt den Vorstoss ab. Späte Spitalrechnungen erschweren auch die Rückstellungsplanung und die Kostenprognosen der Versicherer.

Bote der Urschweiz
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Politik & Regulierung

USA: Senatoren fordern strengere Regeln für Betreiber von Medicaid-Systemen

Die Senatoren Wyden, Warren und Warnock verlangen von CMS verbindliche Standards und mehr Transparenz für IT-Dienstleister wie Deloitte, Gainwell und Conduent. Fehler in den Systemen, mit denen die Anspruchsberechtigung geprüft wird, kosteten berechtigte Personen ihren Versicherungsschutz. Das Beispiel zeigt, wie stark sich ausgelagerte Kernsysteme auf Versicherte auswirken.

Fierce Healthcare / KFF Health News
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Leistungserbringer & Versorgung

Spitäler, Ärzteschaft, Pharma, Pflege

Leistungserbringer & VersorgungWichtig

Onkologiepflege verlangt dringende TARDOC-Korrektur

Onkologiepflege Schweiz, unterstützt von Oncosuisse und weiteren Verbänden, kritisiert, dass spezialisierte Pflegeleistungen im TARDOC nur noch zusammen mit Infusionen vergütet werden. Beratungen und Nebenwirkungsmanagement bei oralen Tumortherapien fallen weg. Die Verbände beziffern die Einbussen auf rund 30 Prozent bei Infusionen und 60 Prozent bei Beratungen und warnen vor Mehrkosten durch Notfälle und stationäre Aufenthalte.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

Stadt Luzern prüft «School Nurses» an Schulen

Der Stadtrat unterstützt ein Postulat für einen schulischen Gesundheitsdienst, den APN-Pflegefachpersonen unter ärztlicher Aufsicht führen. Das Modell würde jährlich 0,77 bis 1,05 Mio. Franken kosten, die bisherigen Schularzt-Untersuchungen kosten rund 0,7 Mio. Franken. Das Projekt ist ein weiteres Beispiel für neue Versorgungsmodelle, bei denen Pflegefachpersonen eine grössere Rolle erhalten.

Medinside
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Leistungserbringer & Versorgung

USA: Hackensack Meridian übernimmt Hunterdon Health und investiert in Epic

Hackensack Meridian hat den Kauf von Hunterdon Health für 230 Mio. Dollar unterzeichnet und baut damit ein Netz von 19 Spitälern auf. Allein 30 Mio. Dollar fliessen in die Einführung von Epic am übernommenen Standort. Die Konsolidierung von Spitälern geht in den USA damit weiter, und mit ihr die Vereinheitlichung der Klinik-IT.

Fierce Healthcare
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Health-IT

Kernsysteme, E-GD, Interoperabilität, Plattformen

Health-ITWichtig

Swiss Government Cloud: Bund schreibt bis zu 7 Mrd. Franken aus

Das BIT hat die Ausschreibung für eine hybride Multi-Cloud in drei Stufen gestartet: globale Public Cloud, Public Cloud mit Datenhaltung in der Schweiz auf Open-Source-Basis und On-Premise in Rechenzentren des Bundes. Die Zuschläge sind für Spätsommer 2027 geplant, die Vertragsdauer beträgt 14 Jahre. Auch Kantone und Gemeinden sollen die Cloud nutzen können, was Massstäbe für Anforderungen an die Datenhoheit im Gesundheitswesen setzt.

admin.ch (BIT)
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Health-ITWichtig

Publica-Datenleck gefährdet auch Mitarbeitende von Sicherheitsbehörden

Beim Angriff auf den Softwarelieferanten PK Softech wurden offenbar auch Arbeitgeberangaben zu verdeckt arbeitenden Personen von Fedpol und NDB entwendet, der NDB hat einzelne Operationen pausiert. Der Bund vermutet die Ransomware-Gruppe Akira hinter dem Angriff, weitere Pensionskassen werden noch geprüft. Der Fall zeigt einmal mehr das Risiko über Lieferanten, die Kernsysteme betreiben.

Inside IT
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Health-IT

Stromausfall legt Google-Cloud-Region London lahm

Am Dienstagmorgen fielen in der Region Europe-West2 unter anderem Cloud Run, GKE und App Engine aus. Banken wie Lloyds, HSBC und Revolut hatten Störungen, in der Schweiz konnten über 1,3 Mio. Revolut-Kunden zeitweise keine Transaktionen ausführen. Der Vorfall unterstreicht, wie wichtig Multi-Region-Architekturen und getestete Notfallpläne sind.

Inside IT
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Health-IT

Malware über manipulierte AOMEI-Backup-Updates, auch in der Schweiz

Angreifer manipulierten zwischen April und Juli den Update-Mechanismus der Windows-Backup-Software AOMEI Backupper und schleusten so Downloader und Backdoor ein. Laut Mandiant und ManageEngine waren auch Schweizer Organisationen betroffen. Wer die Software einsetzt, sollte die veröffentlichten Indikatoren prüfen, denn bereits installierte Malware wird durch die Bereinigung der Server nicht entfernt.

Swiss Cybersecurity
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Health-IT

E-ID-Verzögerung: Vorschlag für abgespeckte Startvariante

Weil das EJPD Sicherheit und Datenschutz, unter anderem bei der KI-gestützten Identitätsprüfung, höher gewichtet als den Start im ersten Halbjahr 2027, verzögert sich die E-ID erneut. Ein Vorschlag sieht nun vor, zuerst eine reduzierte Variante einzuführen. Die E-ID ist eine Voraussetzung für das E-GD und für das digitale Onboarding bei Krankenversicherern.

Inside IT
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Health-IT

Microsoft will autonome KI-Agenten mit eigenen Wächter-Agenten absichern

Microsoft erweitert Project Perception um sogenannte Guardian Agents, die andere Agenten überwachen, sowie um dynamische, aufgabenbezogene Berechtigungen und eine eigene Agenten-Identität in Entra. Ausgangspunkt ist das Risiko, dass Agenten auch ohne Angriff Fehler machen oder von ihrer Aufgabe abweichen. Für Versicherer, die Agenten auf Kunden- und Leistungsdaten loslassen, wird solche Governance zur Pflicht.

Swiss Cybersecurity
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KI im Gesundheitswesen

KI für Patienten, Leistungserbringer und Versicherer

KI im GesundheitswesenWichtig

Doximity bindet UpToDate in sein KI-Tool für Ärzte ein

Doximity integriert die klinischen Inhalte von Wolters Kluwer UpToDate in sein KI-Entscheidungstool Ask. Nutzer in Häusern mit beiden Lizenzen erhalten so Antworten, die auf kuratierten Leitlinien beruhen. Kurz zuvor hatte Doximity den Rechtsstreit mit OpenEvidence beigelegt, der Wettbewerb um ärztliche KI-Assistenten läuft zunehmend über geprüfte Inhalte.

MobiHealthNews
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KI im Gesundheitswesen

FDA lässt KI zur Rückfallprognose bei Brustkrebs zu

SimBioSys hat die 510(k)-Zulassung für TumorSight Risk erhalten, das aus MRI-Daten und klinischen Angaben das Rückfallrisiko über fünf und zehn Jahre schätzt. Validiert wurde das Tool an über 2100 Patientinnen. Die Prognose könnte Entscheide über Chemotherapie und eine verlängerte Hormontherapie beeinflussen und damit auch die Kosten dieser Behandlungen.

MobiHealthNews
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KI im Gesundheitswesen

Singapur: KI erkennt Psychose-Risiko bei Jugendlichen aus Gesprächen

Forschende der NTU und des Institute of Mental Health haben mit LEMon-AID ein Verfahren entwickelt, das aus Gesprächen Emotionssignale ableitet und Jugendliche mit hohem Psychoserisiko markiert. Die Sensitivität lag bei bis zu 93 Prozent, die Gesamtgenauigkeit aber nur bei 67 Prozent. Vor einem klinischen Einsatz ist noch Validierung nötig, der datensparsame Ansatz ist jedoch interessant für die Früherkennung.

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